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Private Equity

Vorbild Harvard: Deutsche Elite-Uni will Jungunternehmer formen

Die ETA Academy an der WHU fördert das Unternehmertum. Forschung, Lehre und Praxis werden verbunden.

Immer mehr hochqualifizierte Führungskräfte entscheiden sich für den Weg ins Unternehmertum durch die Übernahme bestehender Unternehmen. Das sogenannte „Entrepreneurship Through Acquisition“ (ETA) – der Erwerb und die Weiterentwicklung bestehender Unternehmen als Einstieg ins Unternehmertum – hat sich international zu einem etablierten Unternehmerpfad entwickelt.

Anders als in den USA ist dieser Ansatz in Deutschland bislang kaum bekannt. Laut der WHU – Otto Beisheim School of Management (WHU) gewinnt er angesichts der Nachfolgelücke im deutschen Mittelstand aber auch hierzulande zunehmend an Bedeutung.

Als eine der ersten Business Schools im deutschsprachigen Raum hat die WHU nun gemeinsam mit dem auf Private Equity und Real Estate spezialisierten Kölner Investment Manager Evolutiq (Eigenschreibweise: evolutiq ) die „ETA Academy“ gegründet. Involviert sind auch die Lehrstühle von Prof. Dr. Christoph Hienerth (Unternehmertum, Existenzgründung und Kreativität) und Prof. Dr. Nadine Kammerlander (Familienunternehmen).

Es geht etwa darum, Unternehmen weiterzuentwickeln

Die Initiative soll Forschungs-, Lehr- und Praxisaktivitäten bündeln. Dabei sollen die Studenten der privaten Elite-Uni zum Beispiel lernen, wie Zielunternehmen identifiziert, Übernahmen strukturiert und bestehende Unternehmen weiterentwickelt werden können.

„In Deutschland und Europa stehen in den kommenden Jahren zahlreiche mittelständische Unternehmen vor der Frage, wie sie ihre Nachfolge sichern können“, erklärt Prof. Dr. Christoph Hienerth, Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmertum, Existenzgründung und Kreativität an der WHU. Entrepreneurship Through Acquisition könne hier einen wichtigen Beitrag leisten, ist Hienerth überzeugt. Er sagt, die Übernahme und Führung eines bestehenden Unternehmens stelle hohe Anforderungen an die handelnden Personen und erfordere eine gezielte Vorbereitung.

Von der Lehre in die unternehmerische Praxis

International sind es vor allem Business Schools wie Harvard oder Stanford, die Entrepreneurship Through Acquisition über MBA-Kurse und Konferenzen vorantreiben. „Mit der ETA Academy verankern wir nun als eine der ersten deutschen Business Schools das Thema fest in Forschung und Lehre und verbinden es eng mit der unternehmerischen Praxis“, sagt Lukas Gerdon, Managing Director der ETA Academy. Ziel sei es, Entrepreneurship Through Acquisition als selbstverständlichen Unternehmerpfad neben Gründung und Familiennachfolge zu etablieren und die nächste Generation angehender Unternehmerinnen und Unternehmer auf diesem Weg zu befähigen.

„Deutschland braucht mehr Unternehmer. Nicht alle werden ein Unternehmen gründen, einige werden bestehende Unternehmen übernehmen, weiterentwickeln und in die Zukunft führen“, sagt Dr. Oliver Steinki. Unternehmerische Bildung, starke Netzwerke und sichtbare Vorbilder seien entscheidend dafür, dass neue Unternehmergenerationen entstehen, so der Managing Partner von Evolutiq. „Genau diese Strukturen wollen wir gemeinsam mit der WHU nun auch für Entrepreneurship Through Acquisition schaffen.“

Das Search-Fund-Modell

Eine der bekanntesten Formen von ETA ist laut den Angaben das Search-Fund-Modell, bei dem angehende Unternehmer mithilfe von spezialisierten Investoren ein geeignetes Unternehmen identifizieren, erwerben und anschließend selbst führen und weiterentwickeln. Das Modell wurde in den 1980er Jahren in den USA etabliert und gewinnt laut Mitteilung seit einigen Jahren auch in Europa zunehmend an Bedeutung. Es biete eine zusätzliche Option für Unternehmensnachfolgen und eröffne ambitionierten jungen Führungskräften die Möglichkeit, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen, heißt es.