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Anleger

So tickt das Hansmann Family Office

Vom Start-up-Investor zum Single Family Officer. Das Lebenswerk von Johann „Hansi“ Hansmann ist noch längst nicht abgeschlossen.

Das unternehmerisch geprägte Hansmann Family Office mit Sitz in Wien gehört zu den spannendsten Frühphaseninvestoren im deutschsprachigen Raum: Mehr als 15 Jahre lang prägte Dr. Johann „Hansi“ Hansmann als Business Angel die österreichische Start-up-Szene.

Nun zündet die nächste Entwicklungsstufe: sein Single Family Office, das an dem bisherigen Werdegang anknüpft und zugleich neue Anlageklassen in den Blick nimmt. Doch der Reihe nach.

Laut einem Medienbericht hat sich das Hansmann Family Office vor kurzem am Wiener Start-up 3Folio beteiligt, das 2022 gegründet worden ist, und hält an diesem nun einen Anteil von rund zehn Prozent. Zur Höhe des Investments haben die Beteiligten laut „Trending Topics“ Stillschweigen vereinbart.

3Folio ist ein auf Crypto-Assets spezialisiertes Start-up, genauer gesagt ein Regtech. Das steht für Regulatory Technology und bezeichnet den Einsatz innovativer Technologien, um gesetzliche und regulatorische Vorschriften im Unternehmen automatisiert, effizienter und präziser zu erfüllen.

Financier Hansmann wird mit Blick auf sein jüngstes Investment mit folgenden Worten zitiert: „Digitale Assets werden Teil des Finanzsystems, und damit braucht es professionelle Infrastruktur für Accounting, Tax und Compliance.“ Neben Kapital sollen auch Erfahrung im Unternehmensaufbau und Netzwerkzugang in die nächste Wachstumsphase von 3Folio einfließen. Ein solcher Ansatz ist typisch für Business Angels.

Vom Start-up-Investor zum Familie Officer

Das Hansmann Family Office verwaltet rund 150 Millionen Euro Assets under Management und steckt doch selbst noch in den Kinderschuhen. Hervorgegangen ist es aus der bisherigen „Hans(wo)men Group“ des umtriebigen Unternehmers Hansmann.

Laut Wikiwand studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien, wo er auch promovierte. Den Großteil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte er den Angaben zufolge in Führungspositionen der internationalen Pharmaindustrie in Österreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Nach einem Management-Buy-out eines Pharmawerks in Spanien gründete und leitete er ein eigenes Pharmaunternehmen, das er 2003 verkaufte. Hansmann beteiligte sich an einer Reihe von Technologieunternehmen, die später erfolgreich verkauft wurden.

In einem Interview erklärte er vor einiger Zeit, wie es zu dem Single Family Office gekommen ist: „Es gab nicht den einen Auslöser. Wir haben jedoch festgestellt, dass sich unser Tätigkeitsfeld längst erweitert hatte: Wir investieren nicht mehr nur in Venture Capital, sondern interessieren uns auch für Private Equity, profitable Unternehmen und im Grunde alles, was mit Unternehmertum zu tun hat. Die Hans(wo)men Group stand vor allem für unsere Lead-Investments im Startup-Bereich. Doch darum herum war vieles gewachsen, das unter dieser Marke nie sichtbar wurde.“

Mit dem Schritt zum Family Office habe man deutlich machen wollen, dass man nicht bloß der Business Angel Hansi Hansmann oder ein „Super Angel“ sei, sondern ein professionell strukturiertes Family Office mit verschiedenen Anlageklassen. „Wir denken langfristig und bauen eine Organisation auf, die nicht von einer einzelnen Person abhängt“, fährt Hansmann fort. „Wenn wir ein Mehrfamilienhaus in Spanien erwerben, geschieht dies ebenfalls nicht unter der Marke ‚Hans(wo)men Group‘. Dafür gibt es zwar eigene Rechtseinheiten, doch diese sind Teil eines größeren Ganzen.“