Die Deutsche Bank will ihr Wealth Management „noch konsequenter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen ausrichten“. Konkret geht es um eine Bündelung von Kundenberatern, Vermögensstrukturierern, Investmentspezialisten und der Deutsche Oppenheim Family Office AG unter einer gemeinsamen Führung. In dem erweiterten Bereich sollen die „Ultra High Net Worth“ (UHNW)-Kunden beraten und betreut werden, deren Vermögen meist unternehmerisch geprägt ist und durch Family Offices begleitet wird.
Die Zusammenarbeit mit der Investment- und Unternehmensbank der Deutschen Bank soll bei Bedarf eine ganzheitliche Betreuung der Wealth Management-Kunden sicherstellen – sowohl zu ihrem Privatvermögen als auch zu den entsprechenden Unternehmen. „Indem wir unser Team aus Spezialisten und Beratern ausbauen und enger verzahnen, tragen wir dem besonderen Beratungsbedarf hochvermögender, institutionell agierender Kunden Rechnung“, sagt Raffael Gasser, Leiter Wealth Management Deutschland.
Wie die Deutsche Bank weiter mitteilt, übernimmt Philipp Wehle die Leitung der erweiterten Einheit für Strategic UHNW Clients. Derzeit ist er laut Linkedin Partner der Schweizer Private Client Bank AG. 18 Jahre lang war er für die Credit Suisse tätig. Er soll spätestens zum 1. September 2026 zur Deutschen Bank stoßen. Weitere Personalie ist, dass Stefanie Rühl-Hoffmann als Vice Chairwoman Wealth Management Deutschland schwerpunktmäßig strategisch wichtige Kunden- und Geschäftsbeziehungen weiterentwickeln soll und weiter an Gasser berichtet.
Diese strategische Ausrichtung macht insofern Sinn, als dass viele UHNW-Kunden und -Familien an operativen Unternehmen beteiligt sind. Goldman Sachs berichtete 2023, dass weltweit 76 Prozent der Family Offices Familien mit operativen Unternehmen unterstützen. Dabei liegt dieser Anteil in EMEA mit 88 Prozent über dem globalen Durchschnitt. Erkennbar sei, dass Familien in der zweiten und dritten Generation eher dazu neigen, ihre Family-Office- und Familienunternehmensaktivitäten voneinander zu trennen. Ein umfassender Betreuungsansatz und ein Gesamtblick auf einen Kunden hilft Dienstleistern beispielsweise frühzeitig von eventuellen Erbfällen oder Unternehmensverkäufen zu erfahren, und schneller dann passende Services anzubieten. Ein umfassendes und verzahntes Betreuungsangebot offerieren zu können ist ein Wettbewerbsvorteil von Häusern wie der Deutschen Bank, UBS oder Oddo BHF.