Skip to content
Private Wealth

Wer Vermögen bewahrt, schafft sich Optionen

Männer und Frauen ticken unterschiedlich – besonders wenn es ums Geld geht. Was das mit dem Vermögenserhalt zu tun hat, zeigt eine Studie.

Hochvermögende Männer und Frauen haben unterschiedliche Vorstellungen, wenn es um das Thema Vermögenserhalt geht. Diesen Eindruck hinterlässt die aktuelle Studie „Wealth Beyond Measure 2026“ von Alliance Bernstein, bei der Familien mit extrem hohem Vermögen im Mittelpunkt stehen. Die Studie untersucht, wie superreiche Familien auf Veränderungen reagieren – wo sie sich sicher fühlen, wo Unsicherheit herrscht und welche Maßnahmen sie ergreifen, um die nachfolgende Generation vorzubereiten.

Frauen, die an der Studie des Investment-Management- und Research-Unternehmens teilnahmen, nannten den Vermögenserhalt etwa siebenmal häufiger als Männer als vorrangiges Anliegen. Zugleich zeigten sie sich dennoch mehrheitlich zuversichtlich, ihr Vermögen bewahren zu können, wie die Abbildung verdeutlicht.

Nun könnte man zu dem Schluss kommen, dass Frauen konservativere Anlegerinnen sind, denen der Schutz des Kapitals wichtiger ist als das Streben nach Wachstum und Performance. Doch diese Interpretation greift zu kurz, heißt es bei Alliance Bernstein. Zwar würden die in der Studie erhobenen Daten einen Unterschied in der Prioritätensetzung offenbaren. Sie geben jedoch keinen Aufschluss über die zugrundeliegenden Beweggründe.

Betrachtet man zudem das eingangs erwähnte Vertrauen der Frauen in ihre Fähigkeit, ihr Vermögen zu erhalten, gewinnt das Bild an Differenziertheit. „Möglicherweise geht es weniger um Vorsicht als vielmehr um verantwortungsvolle Vermögensverwaltung“, vermuten die Studienautoren. Für sie stellt sich die entscheidende Frage: Was genau wollen Frauen bewahren – und für wen?

Vermögen verantwortungsvoll in die Zukunft tragen

Frauen betrachten Vermögen zunehmend als etwas, das es zu bewahren und verantwortungsvoll zu verwalten gilt – nicht bloß als Mittel zum Ausgeben, analysieren sie bei Alliance Bernstein. Viele richteten den Blick über die heutige Vermögensverwaltung hinaus auf das, was das Vermögen in Zukunft ermöglichen soll.

Dabei geht es um Themen wie das eigene Vermächtnis, die Absicherung der Familie, Philanthropie, Unabhängigkeit und künftige Generationen. Unter diesem Gesichtspunkt bedeutet Vermögenserhalt vor allem, jene Entscheidungsspielräume, Verpflichtungen und Chancen zu sichern, die durch das Vermögen langfristig aufrechterhalten werden können.

Die einer durchdachten Strategie zur Vermögenserhaltung zugrundeliegenden Ambitionen zielen darauf ab, Bildungschancen zu fördern, ein Familienunternehmen zu erhalten und/oder philanthropische Ziele voranzubringen. Manchmal geht es aber einfach schlechtweg darum, flexibel zu bleiben und die finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. In diesem Sinne werde der Vermögenserhalt zu einem zukunftsorientierten Akt verantwortungsvollen Handelns.

Die Rolle von Vermögen als Fundament

Vermögen zu bewahren bedeutet laut Alliance Bernstein aber auch, künftigen Generationen Raum für den weiteren Aufbau zu geben. Diese zukunftsorientierte Sichtweise sei im Rahmen der Studie in einem Gespräch mit einer Unternehmerin deutlich zum Ausdruck gekommen: Sie betrachtete Vermögen nicht als etwas, das man unter einer Glasglocke konserviert, sondern als ein Fundament, dessen Ausbau in der Verantwortung jeder Generation liegt. „Es ist, als würde man das Fundament legen und … darauf ein Gebäude errichten.“

Anstatt lediglich den Bestand weiterzugeben, schaffe man für die nächste Generation eine Basis, auf der sie aufbauen könne: „Hier ist das Gebäude mit den ersten vier Stockwerken. Jetzt seid ihr an der Reihe, die nächsten zehn Stockwerke zu bauen, nicht wahr? Ihr wachst auf dem weiter, was wir geschaffen haben.“

Möglichkeiten bewahren, Optionen schaffen

Letztlich spiegelt das ausgeprägte Anliegen von Frauen, Vermögen zu bewahren, womöglich mehr wider als nur den Wunsch, am Geld festzuhalten, konstatieren sie bei Alliance Bernstein. Es können auch den Wunsch ausdrücken, Möglichkeiten zu bewahren: die Familie zu unterstützen, etwas zu bewirken, künftige Generationen vorzubereiten und im Einklang mit tief verankerten Werten zu leben. Für viele Frauen bemesse sich der Wert eines Vermögens nicht nur daran, was es heute wert sei, sondern daran, was es für die Zukunft ermögliche.

Zum Hintergrund: Während die erste „Wealth Beyond Measure“-Studie von Alliance Bernstein aus dem Jahr 2024 die Herausforderungen und Chancen untersuchte, mit denen 40 Familien mit extrem hohem Vermögen (UHNW-Familien) konfrontiert waren, wurde der Fokus in diesem Jahr auf 107 UHNW-Familien deutlich erweitert. 75 Prozent der Teilnehmer sind Männer, 25 Prozent Frauen. Das durchschnittliche Nettovermögen der Umfrageteilnehmer beträgt 200 Millionen Dollar.

Die vollständige Studie können Sie hier abrufen.