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Anleger

Zahl der Millionäre wächst um mehr als 2.680 täglich

Weltweit gibt es immer mehr US-Dollar-Millionäre. Im neuen Global Wealth Report der UBS haben die Schweizer die Nase vorn.

Das weltweite Privatvermögen ist im Jahr 2025 in US-Dollar gerechnet um 10,8 Prozent gestiegen. Das Plus ist deutlich größer als in den beiden Vorjahren mit damals 4,6 Prozent (2024) und 4,2 Prozent (2023), wie die 17. Ausgabe des Global Wealth Report der UBS zeigt, den die Bank in dieser Woche vorgelegt hat.

In der jüngsten Ausgabe analysiert die UBS 56 Märkte, die schätzungsweise über 92 Prozent des weltweiten Vermögens ausmachen. Dabei fließen finanzielle Vermögenswerte wie Aktien und Anleihen ebenso in die Rechnung ein wie Sachwerte – also beispielsweise Wohneigentum.

Die Großbank stützt sich in ihrer Analyse auf eigene Daten und Schätzungen. Denn es gibt keine Statistik über die exakte Höhe der Vermögensanlagen, wie in einem Pressegespräch deutlich wurde. Das betrifft insbesondere jene Assets, die „kein Preisschild tragen“. Ziel des Reports sei es, Daten zusammenzutragen, die eigentlich nicht vorhanden sind, wie der Ökonom James Mazeau vor Journalisten erklärte. Mazeau ist Head of Retirement bei der UBS.

Breit angelegter Anstieg des Privatvermögens

Mit Blick auf die Resultate der neuen Studie spricht die Schweizer Großbank von einem breit angelegten Anstieg des Privatvermögens. Dieser werde getragen von starken Finanzmärkten und steigenden Sachwerten.

Eine weitere Erkenntnis, die gegenüber den Journalisten vermittelt wurde, lautet: Der Anteil der weiblichen Kundschaft der UBS wächst und liegt inzwischen bei 46 Prozent. Gleichzeitig nehmen Frauen in wohlhabenden Familien und in deren Family Offices vermehrt Führungsrollen ein.

Die Zahl der Dollar-Millionäre weltweit steigt seit Jahren, und 2025 bildete da keine Ausnahme: Bei der UBS schätzen sie, dass die weltweite Zahl der Millionäre um 1,5 Prozent zugenommen hat. Das mag nicht nach viel klingen, entspricht jedoch fast einer Million neuer Millionäre im Jahr 2025 – oder mehr als 2.680 pro Tag.

In der Schweiz gab es am Ende 2025 8.907 Millionäre (plus 1,9 Prozent im Jahresvergleich), Deutschland beheimatet laut UBS 24.263 Millionäre (plus 0,9 Prozent). In den USA sind es 441.078 (plus 1,9 Prozent), in Russland 21.951 (plus 5,2 Prozent) und Festland China 14.079 (plus 0,3 Prozent).

Wechselkursbewegungen wirken sich auf das Vermögen aus

Regional ist das Vermögen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gewachsen. Laut der Analyse war das Plus im Großraum Europa, dem Nahen Osten und Afrika mit 17,5 Prozent am stärksten, gefolgt von Amerika mit 8,5 Prozent. Der asiatisch-pazifische Raum verzeichnete ein Wachstum von 5,9 Prozent.

Diese regionalen Unterschiede gehen laut der UBS zum Teil auf Wechselkursbewegungen zurück. So habe insbesondere die Abwertung des US-Dollars die Vermögenszuwächse außerhalb der Vereinigten Staaten verstärkt.

Robert Karofsky, Co-President UBS Global Wealth Management weist darauf hin, dass das globale Vermögen das dritte Jahr in Folge gestiegen ist „und dies in einem deutlich stärkeren Tempo, wobei das durchschnittliche individuelle Vermögen weit schneller zugenommen hat als das globale Wirtschaftswachstum“. In diesem Umfeld sei eine disziplinierte Vermögensverwaltung wichtiger denn je, heißt es.

Schweizer sind besonders reich

In der Vermögensrangliste der UBS haben die Schweizer auch in diesem Jahr wieder die Nase vorn. Mit einem durchschnittlichen Vermögen von 910.382 Dollar pro Erwachsenem sind die Eidgenossen besonders wohlhabend, gefolgt von den Menschen in den Vereinigten Staaten (696.277 Dollar) und in Luxemburg (654.732 Dollar). Deutschland belegt in dem Ranking Platz 14. Das durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenem zwischen der Ostsee und dem Schwarzwald beträgt 346.613 Dollar.

Dass die UBS in ihrem Ranking das Vermögen pro Erwachsenem beziffert, hat einen einfachen Grund: Das gesamte Privatvermögen eines Landes kann im Laufe der Zeit allein durch das Bevölkerungswachstum steigen, ohne dass auch nur ein einziger Einwohner tatsächlich wohlhabender wird. Umgekehrt kann bei einer schrumpfenden Bevölkerung das Gegenteil der Fall sein. Daher konzentrieren sich die Analytiker vorzugsweise auf das Vermögen pro Erwachsenem.

Wenige Superreiche verzerren die Statistik

Als problematisch erweist sich, dass die oben genannten Durchschnittswerte nicht zwangsläufig den Wohlstand der meisten Menschen widerspiegeln, da sie mögliche Ungleichheiten bei dessen Verteilung verschleiern. „So kann beispielsweise eine kleine Gruppe besonders wohlhabender Personen das Durchschnittsvermögen einer ganzen Nation erheblich in die Höhe treiben und deren Einwohner somit wohlhabender erscheinen lassen, als sie es tatsächlich sind“, warnt die UBS und gibt in der Analyse auch die Kennzahl des Medianvermögens an. Sie zeigt jenen Wert, bei dem die eine Hälfte der Bevölkerung besser und die andere schlechter gestellt ist.

Anders als das arithmetische Mittel vermittelt der Median ein genaueres Bild der Vermögensverhältnisse in der Mitte der Skala. Für sich allein betrachtet birgt er jedoch die Gefahr, die Verhältnisse am oberen Ende der Verteilung zu verschleiern.

Gemessen am Median haben die Luxemburger die Nase vorn mit einem Vermögen von 394.005 Dollar. Dahinter befinden sich Belgien (277.166 Dollar) und Australien (210.783 Dollar). Deutschland belegt den 30. Platz mit einem Medianvermögen von 53.485 Dollar. Die Lücke zum durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenem (346.613 Dollar) ist gravierend. Vor diesem Hintergrund räumen sie bei der UBS ein, selbst „wenn wir Durchschnitts- und Medianwerte kombinieren, können wir allerdings nicht behaupten, einen perfekten Einblick in die Vermögenslage zu haben“.

Höhere Vermögenssegmente entwickeln sich dynamischer

Gewissheit herrscht darin, dass das Wachstum besonders stark in Vermögenssegmenten oberhalb von fünf Millionen Dollar war, die insgesamt eine schnell wachsende Gruppe innerhalb der globalen vermögenden Bevölkerung darstellen. Diese Anleger gelten laut UBS gewissermaßen als die „großen Geschwister“ der sogenannten Everyday Millionaires (Emillis). Diese Klientel im Bereich von fünf Millionen bis 100 Millionen Dollar wuchs sowohl hinsichtlich ihrer Anzahl als auch in ihrem Gesamtvermögen rasch.

Diese Beschleunigung war besonders ausgeprägt in Märkten wie Festlandchina, Australien und den Vereinigten Staaten. Sie unterstreiche die zunehmende Dynamik und Tiefe des Wachstums an der Spitze des Vermögensspektrums, heißt es.

Neben der Ausweitung des Vermögens in höheren Segmenten hebt der Bericht hervor, wie die Zusammensetzung der Vermögenswerte die Ergebnisse beeinflusst hat. Für viele Haushalte, insbesondere bis zum „Emilli-Niveau“, blieb Wohneigentum der dominierende Vermögenswert. Gleichzeitig ist der Anteil liquider, investierbarer Vermögenswerte in den vergangenen zehn Jahren in ausgewählten wichtigen Märkten mit hohem Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem gestiegen. Das weist laut UBS auf eine schrittweise Verlagerung hin zu stärker marktgebundenem Vermögen hin.

Iqbal Khan, Co-President UBS Global Wealth Management, sagt mit Blick auf die Resultate: „Das globale Vermögen entwickelt sich rasant, wobei das Wachstum zunehmend durch veränderte wirtschaftliche Bedingungen, technologischen Wandel und neue Chancen in den Märkten geprägt wird.“ Für Kundinnen und Kunden würden diese Dynamiken sowohl Komplexität als auch Wahlmöglichkeiten mit sich bringen, ist Khan überzeugt. Zugleich macht er deutlich, dass der Schutz des Vermögens in dieser Gemengelage eine Herausforderung ist. „In diesem Umfeld sind die richtigen Einblicke und ein verlässlicher Partner unverzichtbar, um mit Unsicherheiten umzugehen, globale Chancen zu nutzen und fundierte, langfristige Entscheidungen zu treffen, die das Vermögen schützen und mehren“, so Khan.