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Stiftungen

Der Atomfonds geht durch die Decke

Nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr strebt der Atomfonds auf neue Höchstwerte zu. Wie Anja Mikus Ausschüttungen ermöglicht.

Der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Kenfo) blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück. In dem Sechsmonatszeitraum erzielte der Staatsfonds zur Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle eine Wertentwicklung von 7,9 Prozent. Mit einem Anlagevermögen von rund 28 Milliarden Euro ist der Kenfo die größte öffentlich-rechtliche Stiftung in Deutschland.

„Unser Anlageergebnis zeigt erneut, dass sich eine ausgewogene, breit diversifizierte Anlagestrategie auch in einem herausfordernden Umfeld bewährt. Langfristige Verpflichtungen des Bundes können so zuverlässig kapitalgedeckt finanziert werden“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Atomfonds, Anja Mikus.

Die Kapitalanlage basiert auf einer breiten, systematischen Diversifikation. Zum Jahresende 2025 bestand das Portfolio aus rund 41 Prozent Aktien, 39 Prozent Anleihen und 15 Prozent nicht-börsennotierten Anlagen. Hinzu kamen Barmittel mit einem Anteil von fünf Prozent.

Jährliche Auszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe

Im vergangenen Jahr zahlte der Fonds insgesamt 823 Millionen Euro an den Bund zur Finanzierung der Kosten der kerntechnischen Entsorgung aus. Seit der Gründung der Stiftung summieren sich die Auszahlungen auf insgesamt 5,3 Milliarden Euro. „Unser Auftrag ist auf Generationen angelegt. Die bisher erzielten Ergebnisse zeigen, dass wir die finanziellen Voraussetzungen schaffen, um die Kosten der nuklearen Entsorgung dauerhaft und verlässlich zu finanzieren“, so Mikus.

Wie unser Schwestermagazin portfolio institutionell bereits im Februar 2026 berichtet hatte, tritt die langjährige Chefin des Atomfonds Ende des Jahres ab. Ein Sprecher der mächtigen Stiftung erklärte damals, Mikus habe sich entschieden, ihren Ende 2026 auslaufenden Vertrag aus Altersgründen nicht zu verlängern und die Aufgabe in jüngere Hände zu legen.

Der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung wurde am 16. Juni 2017 als öffentlich-rechtliche Stiftung des Bundes in Berlin gegründet. Sein Startkapital betrug damals rund 24,1 Milliarden Euro. Diese Mittel stammen von den damaligen Betreibern der 25 deutschen Atomkraftwerke.