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Family Offices

Nach Golde drängen Zentralbanken und Family Offices

Lieber Exposure zu Gold als zum Dollar. Derzeit ist Gold-Quote in Family Offices niedrig.

Gold hat als Asset für Family Offices zwei Funktionen. Wie die Experten der UBS im jüngsten „Global Family Office Report“ schreiben, kann das Edelmetall ein langfristiger Allokations-Bestandteil sein oder dem Schutz vor geopolitischen Risiken dienen. Da diese derzeit groß sind, hegen die Family Offices Pläne, Gold aufzustocken. Allerdings würde dieser Schritt nur einen kleinen Teil der Portfolios betreffen: Global und in Europa sind die Family Offices laut dem Report zu zwei Prozent in Gold investiert. Auffällig ist aber, dass Schweizer Family Offices im Schnitt zu sechs Prozent in Gold investiert sind. Global betrachtet könnte nun eine Erhöhung von zwei auf drei Prozent anstehen.

„Gold steht weiter im Mittelpunkt des Interesses und spielt aus unserer Sicht sowohl für die Diversifizierung unseres Gesamtportfolios als auch für unsere Bemühungen, unser Engagement im US-Dollar zu reduzieren, eine wichtige Rolle“, zitiert der Report den Geschäftsführer eines Investment Office einer europäischen Familie.

Gut zu wissen ist, dass mit den Zentralbanken bedeutende Goldinvestoren in Gold-Kauflaune sind. In der aktuellen Jahresumfrage des World Gold Council vertreten 89 Prozent der Reserve Manager die Meinung, dass die weltweiten Goldbestände der Zentralbanken in den nächsten zwölf Monaten weiter ansteigen. Da Gold kürzlich US-Staatsanleihen als wichtigstes Reservevermögen überholt hat, deuten die Ergebnisse nicht nur für das World Gold Council auf eine anhaltende Dynamik bei der Nachfrage der Zentralbanken nach Gold hin.

Dafür sprechen auch weitere Angaben: Rekordwerte von 45 Prozent der befragten Reserveverwalter erwarten, dass die Goldbestände ihrer jeweiligen Institutionen in den nächsten zwölf Monaten aufgestockt werden. Zudem glauben 83 Prozent der Befragten, dass Gold in fünf Jahren einen höheren Anteil an den Gesamtreserven ausmachen wird – ein Anstieg gegenüber 76 Prozent im Vorjahr.

Gold für fast alle Zentralbanker strategische Allokation

Zusammengenommen deuten diese Ergebnisse auf eine zunehmend strategische Rolle von Gold innerhalb der Reserveportfolios hin. Heute geben 93 Prozent der Befragten an, Gold zu halten – ein Anstieg gegenüber 81 Prozent im Vorjahr.

Die Einschätzungen zur künftigen Rolle des US-Dollars in den Reserven fielen hingegen weniger positiv aus: 74 Prozent der Befragten erwarten, dass der Anteil des Dollars an den globalen Reserven in fünf Jahren geringer sein wird.

Gold als Krisenschutz

Auf die Frage nach den Faktoren, die ihre Entscheidung zum Halten von Gold beeinflussen, nannten rekordverdächtige 90 Prozent der Befragten die Wertentwicklung von Gold in Krisenzeiten. Langfristige Wertanlage (84 Prozent) und Portfoliodiversifizierung (82 Prozent) rundeten die Top 3 ab. Bemerkenswert ist, dass die Rolle von Gold als Absicherung gegen geopolitische Risiken eine herausragende Stellung einnahm, insbesondere bei den Befragten aus Schwellen- und Entwicklungsländern (85 Prozent), während der Anteil derjenigen, die historische Tradition als Grund für das Halten von Gold nannten, weiter auf 46 Prozent sank – von 62 Prozent im Jahr 2025.

Bank of England beliebtester Lagerort

Die Umfrage hob zudem einen neuen Trend hervor: Zentralbanken verlagern die Lagerorte ihres Goldes zunehmend. Neun Prozent der Befragten gaben an, ihre Lagerbestände im Inland in den vergangenen zwölf Monaten erhöht zu haben – ein Anstieg gegenüber fünf Prozent im Vorjahr –, und zehn Prozent sagten, sie hätten ihre Lagerorte im Ausland diversifiziert – ein Anstieg gegenüber zwei Prozent. Dieser Trend dürfte sich der Umfrage gemäß fortsetzen. Die Bank of England bleibt mit 57 Prozent der beliebteste Lagerort, gefolgt von der Lagerung im Inland mit 49 Prozent.

„Die diesjährige Umfrage sendet eine klare Botschaft: Die Nachfrage der Zentralbanken nach Gold befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend“, kommentiert Shaokai Fan, Global Head of Central Banks & Head of Asia-Pacific (ex-China). „Besonders auffällig ist der Wandel in der Einstellung der Zentralbanken gegenüber Gold. Weniger betrachten es als Altbestand; mehr sehen darin eine aktive, strategische Anlage in einem Umfeld, das von geopolitischer Unsicherheit und der Diversifizierung der Reserven geprägt ist.“

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