Im Vorjahr ist das Vermögen wohlhabender Privatpersonen (High-Net-Worth-Individuals, HNWIs) weltweit um 8,7 Prozent gestiegen. Damit ist ein Rekordwert von 98,3 Billionen Dollar erreicht, während die weltweite Millionärspopulation um fast zwei Millionen auf 25,3 Millionen Personen gewachsen ist. Dies zeigt die 30. Ausgabe des World Wealth Report 2026 des Capgemini Research Institutes.
High-Net-Worth-Individuals sind Privatpersonen mit einem investierbaren Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar. Wobei ihr Hauptwohnsitz, Sammlerstücke, Verbrauchsgüter und langlebige Konsumgüter in dieser Summe nicht berücksichtigt werden.
Der Personenkreis wird anhand seiner Vermögensklassen in drei Kategorien unterteilt: Ultra-HNWIs (mindestens 30 Millionen Dollar), Mid-Tier-Millionäre (fünf bis 20 Millionen Dollar) und die sogenannten Millionäre von nebenan (eine bis fünf Millionen US-Dollar).
Ultra-High-Net-Worth-Individuals haben die Nase vorn
Über alle Vermögensklassen hinweg warnen es 2025 die Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWI), die den größten Anteil am Vermögenszuwachs auf sich vereinen konnten (siehe Abbildung). Das Erfolgsgeheimnis dieser Hochvermögenden ist laut Capgemini das breitere Investment sowohl in öffentliche als auch ausgewählte private Anlageklassen.

Im Jahr 2025 belief sich die weltweite Zahl der Superreichen auf rund 250.000 – ein Anstieg von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – womit sie ihren Status als das am schnellsten wachsende Vermögenssegment beibehielten, zum zweiten Mal in Folge.
Das weltweite Vermögen der UHNWI wuchs im Jahresvergleich um 9,7 Prozent und damit schneller als das breitere HNWI-Segment. Der Reichtum ist laut Capgemini nach wie vor stark konzentriert – die obersten ein Prozent halten 34,8 Prozent des HNWI-Vermögens.
Vermögen wächst – Loyalität nicht automatisch
„In den 30 Jahren, die wir nun das globale Vermögen beobachten, sehen wir eine klare Entwicklung: Vermögen wächst – Loyalität nicht automatisch“, sagt Carina Leidig. Nach Einschätzung der Leiterin Wealth & Asset Management bei Capgemini Invent Deutschland haben vermögende Privatpersonen heute nicht nur Zugang zu mehr Anlageklassen über verschiedene Märkte hinweg, sondern auch eine größere Auswahl an Beratern und Fachwissen.
„Dabei trifft ein Rekordvermögen auf einen Mangel an Personalisierung in der Beratung“, wie Leidig anmerkt. „Zwischen 2022 und 2025 flossen daher bereits rund 1,5 Billionen US-Dollar neuer Vermögenswerte an Wettbewerber traditioneller Unternehmen. Ich sehe die Branche zur Zeit an einem Wendepunkt“, so die Expertin.
Kunden würden heute mehr erwarten, sagt sie. Gerade die jüngeren vermögenden Privatpersonen, die von Vermögensübertragungen profitieren. „Sie wollen besseren Zugang zu Produkten, stärkere Personalisierung und eine Beratung, die ihren Lebensstil wirklich widerspiegelt.“
Die Künstliche Intelligenz werde dabei vom Effizienztreiber zum Co-Piloten: Augmented Intelligence statt Automatisierung um jeden Preis – sie beschleunige die Beratung und verbessere die Interaktionen, ohne Verantwortung zu ersetzen. „Entscheidend ist das operative Betriebssystem: Wer Daten, Workflows und Expertise orchestriert, gewinnt Wallet Share und bindet Generationen.“
Der Capgemini World Wealth Report 2026 stützt sich auf Daten aus drei Hauptquellen: der Global HNWI Survey 2026, der Global Wealth Management Executive Survey 2026 und der Global Relationship Manager Survey 2026. Im Rahmen dieser Umfragen wurden 6.510 vermögende Privatpersonen in 27 Märkten, 144 Führungskräfte im Vermögensverwaltungsbereich in 24 Märkten und 1.317 Kundenbetreuer in 24 Märkten befragt.
Sie möchten News aus dem Wealth Management und Storys über die Arbeit von Family Offices und Stiftungen lesen? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter. Wir informieren Sie außerdem über Personalnachrichten und Jobs.