Die Monetary Authority of Singapore (MAS) – Singapurs Zentralbank und Behörde zur Finanzmarktregulierung – hat ihren Rechtsrahmen für Single Family Offices (SFOs) überarbeitet. Dieser trat Mitte Juni in Kraft. Auch die überarbeitete Version soll SFOs ein einfaches, gestrafftes Verfahren für die Aufnahme der Geschäftstätigkeit in Singapur bieten und gleichzeitig die allgemeine Aufsicht über SFOs verbessern.
Überschaubarer Aufwand
Laut der Behörde ist der Rahmen „structure-agnostic“ und ermögliche somit eine pauschale Befreiung von der Lizenzpflicht für alle in Singapur tätigen SFOs, die die Voraussetzungen erfüllen. SFOs, die den Anforderungen gerecht werden, müssen lediglich die MAS über ihre Geschäftstätigkeit informieren und ein Konto bei einer von der MAS lizenzierten Bank unterhalten. Außerdem müssen sie einen unkomplizierten Jahresbericht mit Angaben zu den Assets under Management und zum Namen ihrer Bank einreichen. Bereits bestehende in Singapur tätige SFOs erhalten eine Übergangsfrist von einem Jahr, um das überarbeitete Rahmenwerk zu erfüllen.
Die Zahl der in Singapur ansässigen Family Offices stieg laut dem Dienstleister Dakota im vergangenen Jahr auf über 2.000. Deren AuM summierten sich auf 67 Milliarden Dollar. Damit weist der Stadtstaat nun die weltweit größte Single-Family-Konzentration auf. Als Argumente für Singapur nennt Dakota Steuervorteile und die einfache Auflage von Fonds.
Laut der Boston Consulting Group gilt Singapur als Asiens diversifiziertestes Offshore-Vermögenszentrum. Der Standort habe dabei von Kapitalzuflüssen in sichere Häfen sowie der anhaltenden Expansion seines Ökosystems für die Vermögensverwaltung profitiert.