Mallorca hat viel zu bieten – neben Traumstränden, viel Natur und Sehenswürdigkeiten auch einen Immobilienmarkt mit Fungibilität. Wie die Immobilienexperten von Dahler ermittelt haben, kommt es auf der Insel alle zwölf Stunden zu einem Hausverkauf ab einer Million Euro.
Attraktiv macht den Immobilienmarkt aber auch die Preisentwicklung. Diese Erkenntnisse lassen sich aktuellen Auswertungen des Immobilienmaklers entnehmen. Besonders an der Analyse ist, dass diese sich auf amtliche Daten des Consejo General del Notariado stützt. Basis der Analyse sind also nicht Immobilienangebote, sondern tatsächlich notariell beurkundete Verkäufe und die in den Urkunden vermerkten Kaufpreise.
Laut der Analyse von Dahler erzielten 736 der insgesamt 2.844 im Jahr 2025 verkauften Häuser einen Kaufpreis von mindestens einer Million Euro. Das entspricht einem Anteil von 25,9 Prozent des Gesamtmarktes. Über das Jahr verteilt wechselte damit im Durchschnitt alle zwölf Stunden ein Haus in diesem Preissegment den Eigentümer.
Auch im oberen Preissegment verzeichnete Mallorca eine hohe Zahl an Transaktionen: Im Jahr 2025 wurden gemäß der Analyse 87 Häuser für mindestens fünf Millionen Euro verkauft, 28 davon kosteten zehn Millionen Euro oder mehr. Die teuerste Wohnimmobilie des Jahres war ein Landgut in Alaró für 22,99 Millionen Euro. Die bis dato teuerste Villa wurde im November 2025 in Pollença für 20,65 Millionen Euro verkauft. Im März 2026 wurde schließlich in Calvià eine Villa für 26,3 Millionen Euro veräußert, so Dahler.
Damit sei der jeweils höchste Kaufpreis von 21 Millionen Euro im Jahr 2024 über 22,99 Millionen Euro im Jahr 2025 auf nunmehr 26,3 Millionen Euro im laufenden Jahr gestiegen. „Dass auch in Alaró in der Inselmitte und Pollença im Norden Preise von mehr als 20 Millionen Euro erreicht wurden, zeigt, dass entsprechende Objekte nicht ausschließlich im bekannten Südwesten zu finden sind“, sagt Benjamin Schütze, Leitung Expansion & Internationalisierung bei Dahler. Bei außergewöhnlichen Immobilien seien neben den Klassikern Lage, Größe und Qualität auch die Aspekte Privatsphäre und Seltenheit Preistreiber.
Median für Häuser steigt um 14 Prozent
Allerdings legten nicht nur die Rekordpreise zu. Im Jahr 2024 wurde die Hälfte der Häuser unter dem Median-Kaufpreis von 450.000 Euro verkauft, im Jahr 2025 lag diese Schwelle bereits bei 515.000 Euro. Der Kaufpreis erhöhte sich damit um 14,4 Prozent. Betrachtet man zusätzlich den Durchschnittspreis, wurden für ein Haus auf Mallorca im Jahr 2025 rund 1,083 Millionen Euro gezahlt. Das sind 12,4 Prozent mehr als im Jahr 2024. Auch für Wohnungen stieg der Median-Kaufpreis: 2024 lag der Quadratmeterpreis im Median bei 2.804 Euro. Im Jahr darauf waren es 3.242 Euro pro Quadratmeter.
Aus dieser Entwicklung lässt sich auch herauslesen, dass im unteren Preissegment weit weniger Transaktionen stattfinden. Wie das Mallorca-Magazin berichtet, liege dies nach Einschätzung der Regionalregierung vor allem am Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Gerade im für Einheimische relevanten mittleren Preissegment gebe es nur wenige Wohnungen, die zu erschwinglichen Preisen angeboten werden. Entsprechend gehen dort die Verkaufszahlen zurück. Gleichzeitig verlagere sich das Geschäft stärker in das hochpreisige Segment. Erfreulich für den Staat: Die Steuereinnahmen bleiben stabil.
Wenig Hypotheken
Erfreulich für die Verkäufer wiederum ist, dass die Transaktionssicherheit recht hoch erscheint. Zumindest scheinen die Finanzierungsschwierigkeiten gering zu sein. Laut Dahler spielen eingetragene Hypotheken bei hochpreisigen Käufen eine vergleichsweise geringe Rolle. Rund 80 Prozent aller im Jahr 2025 registrierten Wohnimmobilienkäufe über einer Million Euro seien ohne eingetragene Hypothek erfolgt. Über alle Preisklassen hinweg lag der Anteil bei rund 55 Prozent.
Grund zur Freude haben aber auch Eigentümer. Dass der Neubauaufschlag zum Bestand von 37 auf nun nur noch 19 Prozent gesunken ist, ist laut Dahler vor allem den steigenden Preisen im Bestand zu verdanken. Dies wiederum liegt an der Knappheit. Von den 12.181 im Vorjahr verkauften Immobilien handelte es sich nur bei 1.047 oder knapp neun Prozent um Neubauten.
Knappheit führt zu noch mehr Knappheit
Auf einen anderen Knappheitsgrund macht ebenfalls das Mallorca-Magazin aufmerksam: Auf den Balearen hätten laut dem Colegio de Registradores zuletzt Immobilienfirmen und Investmentfonds rund 15 Prozent aller Wohnungsdeals gestemmt. Attraktiv für diese institutionelle Käuferschicht sind steuerliche Vorteile und dass sich der bereits bestehende Nachfrageüberhang und damit Wertsteigerungen weiter beschleunigen.
International betrachtet folgt Mallorca damit einem bekannten Muster, so das Medium. Das Magazin führt Studien von Knight Frank und Savills an, die an der Côte d’Azur, in Ligurien oder rund um den Comer See ähnliche Entwicklungen dokumentieren. Absehbar sind damit auf Mallorca & Co. weitere Wertsteigerungen – oder dass der Markt eines Tages überreizt ist. Dann wird nicht nur die Fungibilität künftig viel geringer sein.
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