Woran hats gelegen? Diese (Performance-)Frage stellt sich die Fußball-Gemeinde jedes Wochenende und die Anlegergemeinde zum Jahresende. Zumindest für letztere kann der Trendmonitor Vermögensverwaltung 2026 mit konkreten Antworten aufwarten. Für den Vermögensverwalter-Monitor analysierten das Institut für Vermögensaufbau (IVA) und Qplix über 55.000 Kundenportfolios aus dem vergangenen Jahr. Diese Portfolios stellten die Depotbanken V-Bank, DAB BNP Paribas, Deutsche Bank, Baaderbank, dem Bankhaus Donner & Reuschel und Comdirect bereit.
Gelegen hat die Performance nicht zuletzt an der Allokation und deren Umsetzung. Ein zentrales Analyseergebnis ist, dass Depots, die konsequent auf Einzelaktien, Direktanleihen und kosteneffiziente ETFs setzen, eine signifikante Mehrrendite von durchschnittlich 1,74 Prozentpunkten pro Jahr gegenüber klassisch gemanagten Publikumsfonds erzielen. Wie der Monitor jedoch aufzeigt, bilden aktive Investmentfonds mit 43,2 Prozent den größten Baustein im Durchschnittsportfolio.
Als drastische Renditekiller wurden zudem ein „hektischer Aktivismus“ identifiziert, bei dem Umschichtungsquoten von über 50 Prozent im Schnitt 1,03 Prozentpunkte Rendite kosten, „sowie komplexe Retailprodukte wie Zertifikate oder teure Dachfonds, welche die Performanceerwartung der in diese Produkte investierten Depotanteile um dramatische 2,01 Prozentpunkte belasten“.
Aktienquote bei 60 Prozent
Im Nachhinein weiß man, dass auch in 2025 Aktien die bessere Wahl gegenüber Anleihen gewesen wären. Die Vermögensverwalter senkten im vergangenen Jahr jedoch die Aktienquote um drei Prozentpunkte auf 59,7 Prozent. Dagegen kletterten Anleihen auf einen Anteil von 23,2 Prozent. Ebenfalls belastet wurde die Gesamtperformance von einer Liquiditätsquote von fast zwölf Prozent. Edelmetalle und Rohstoffe kommen nur auf einen Anteil von 3,4 Prozent.
Interessante Ergebnisse liefert der Monitor auch innerhalb der Aktienquote. Sektorseitig markierte Technologie mit 20,4 Prozent ein neues Allzeithoch, zunehmend gestützt durch die Etablierung handfester KI-Anwendungen. Allerdings, so der Monitor, stagniert der „klassische“ Technologiesektor abseits von KI seit 2021 nahezu vollständig, sodass sich das gesamte Wachstum der vergangenen Jahre fast exklusiv auf den KI-Hype und die exorbitante Wertentwicklung weniger dominanter Großkonzerne stützte.
Skepsis gegenüber Europa
Auch darum dominieren die USA bei der regionalen Verteilung des durchschnittlichen Aktiendepots. Mit 47,2 % machen Aktien aus Nordamerika beinahe die Hälfte des Aktienanteils aus. Der reine Euroraum schneidet mit 24,6 Prozent schwächer ab. Laut den Autoren büßte der Euro-Anteil seit 2018 beachtliche 16 Prozentpunkte ein und verharrt im Jahr 2025 auf einem historischen Tiefststand. Unterrepräsentiert sind Schwellenländer mit nur 6,8 Prozent.
Wissenswerte Erkenntnisse bietet die Studie auch dahingehend, für welche Summen Vermögensverwalter mandatiert werden. Wie der Monitor anzeigt, bewegt sich der Median im Jahr 2025 bei einem Volumen von rund 178.000 Euro. Der Durchschnitt fällt mit 546.000 Euro deutlich höher aus. Grund für diese Diskrepanz ist, dass einzelne große Depots den Schnitt massiv nach oben bringen: Elf Prozent der untersuchten Portfolios kommen auf ein Volumen von über einer Million Euro.
Nein zu Nvidia
Bezüglich zum „woran es gelegen hat“ gibt der Monitor auch auf Einzeltitelebene Aufschluss, also dazu, „was in den Depots gelegen ist“ – und was nicht. Die Top 5 bezogen auf die Anzahl der Depots in denen sich eine Aktie befindet, bildet eine bunte Mischung aus Microsoft, Allianz, Novo Nordisk, Nestlé und Berkshire Hathaway. Insgesamt weist die Top 20 einen Home Bias auf: Wenn man Linde hinzurechnet, befinden sich acht deutsche Unternehmen in den Top 20. Neben den beiden bereits genannten Unternehmen sind es Munich Re, Deutsche Telekom, Siemens, SAP, BASF und Deutsche Post. Überraschend nicht in den Top 20 finden sich die Aktien des Unternehmens, das Ende Oktober als erstes Unternehmen die Market-Cap-Marke von fünf Billionen Dollar knackte und einen großen Performance-Beitrag geliefert hätte: Nvidia.
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